Preisträger des Hessischen Gesundheitspreises 2018

2018 vergab das Land zum 7. Mal den Hessischen Gesundheitspreis

Am 16. August 2018 hat der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner in den neuen Räumlichkeiten des Hessischen Minsiteriums für Soziales und Integration in Wiesbaden insgesamt vier Projekte der Gesundheitsförderung und Prävention mit dem Hessischen Gesundheitspreis geehrt. Davon wurde einer als Sonderpreis verliehen.

Form- und fristgerecht eingegangen waren 92 Bewerbungen. 15 Projekte schafften es in die Endrunde, aus denen die vier Preisträger ermittelt wurden.
  • Kategorie „Gesund Aufwachsen“

    Die Freischwimmer

    Ein Präventions- und Stärkungsprojekt für Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren, deren Eltern oder Bezugspersonen psychisch erkrankt sind

    Das Projekt „Die Freischwimmer“ der Menschenskinder – Werkstatt für Familienkultur e.V. richtet sich an 11 – 17-jährige Kinder und Jugendliche aus Darmstadt, von denen mindestens ein Elternteil von einer psychischen Erkrankung bedroht oder betroffen ist sowie an deren Familien. Primäre Ziele sind neben dem Schutz des Kindeswohls, die Prävention von psychischen Erkrankungen, Sucht- oder Delinquenzverhalten sowie Bindungsabbrüche der Jugendlichen, aber auch deren Ressourcenstärkung und die Vermittlung von Bewältigungsstrategien. Durch Angebote wie Einzelgespräche, Eltern- und Familiengespräche sowie therapeutische Gruppen sollen Räume zur Bewältigung und Stärkung der Kinder und Jugendlichen geschaffen werden, die gemäß ihrer Entwicklung und ihren Interessen gestaltet werden. Vereinzelte Angebote wurden offen angelegt, sodass ein Austausch zwischen „nicht-betroffenen“ und „betroffenen“ Jugendlichen im Sinne des Peergroup-Ansatzes stattfinden kann.

  • Kategorie „Gesund Bleiben - Mitten im Leben"

    Refugee WomEN DO it!

    Selbstbehauptungs- und Selbstsicherheitstraining für geflüchtete Frauen, mit Übersetzung auf Dari/Farsi

    Der gemeinnützige Verein Wendo Marburg e.V. bietet seit über 15 Jahren Selbstbehauptung und Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen an und hat 2016 ein Konzept mit dem Titel “Refugee WomEN DO it!” für geflüchtete Frauen entwickelt. “Refugee WomEN DO it!” bestärkt Frauen, sich selbst zu behaupten, sobald sie Grenzüberschreitungen verschiedenster Art ausgesetzt sind. Dieses Kursangebot soll geflüchtete Frauen im Hinblick auf sexualisierte oder körperliche Gewalt sowie Grenzverletzungen schützen, ihre Handlungsfähigkeit stärken und ihre Resilienz fördern. Der Kurs basiert auf Methoden wie körperorientiertes Lernen und Bewegung, Techniken der Selbstverteidigung und Übungen zur Selbstbehauptung. Gleichzeitig sollen die Teilnehmerinnen darin unterstützt werden, sich Strategien im Umgang mit Gewalt anzueignen. Neben der Gewaltprävention wird das eigene Wohlbefinden der Teilnehmerinnen durch eine erweiterte Handlungskompetenz gestärkt. Der partizipativ ausgerichtete Kurs findet an zwei Stunden pro Woche statt und ist für die Teilnehmerinnen kostenlos. Zudem wird der Kurs von einer Dolmetscherin/ Sprachmittlerin (für Farsi/Dari) begleitet. Um Frauen mit Kindern die Kursteilnahme zu ermöglichen, wird eine Kinderbetreuung angeboten.

  • Kategorie „Gesund Altern"

    Gesund im Quartier

    Unterstützung für ältere Menschen beim Erlernen und beim Erhalt eines gesundheitsförderlichen Lebensstils

    Mit dem Projekt „Gesund im Quartier“ der AGAPLESION MARKUS DIAKONIE gGmbH, im Bereich Quartiermanagement des Oberin Martha Keller Hauses sowie auf dem Mühlberg in Frankfurt werden ältere Menschen unterstützt, ein gesundheitsförderliches Verhalten zu erwerben bzw. beizubehalten. Durch die Verbreitung von Informationen zu einem lebensphasengerechten Gesundheitsverhalten sowie durch zielgruppenorientierte Information, Beratung und Ansprache, sollen alternde und alte Menschen gestärkt werden, ihren Bedürfnissen gemäß, selbstbestimmt Angebote zu nutzen und mitgestalten zu können. Hierfür werden niedrigschwellig Themen in Form von Vorträgen sowie Veranstaltungsserien angeboten, die den Bedarfen und Bedürfnissen älterer Menschen entsprechen. Ebenso existieren Angebote, in denen ein positives Gesundheitsverhalten gelebt sowie eingeübt wird. Das Projekt „Gesund im Quartier“ beinhaltet neben einem preisgünstigen Mittagstisch zudem offene Sprechstunden zu Ernährungsfragen sowie Koch- und Hauswirtschaftskurse (Diätassistentin, Frau Juliane Hopffer). Ergänzend dazu werden Sprechstunden im Bereich „allgemeine Sozial- und Lebensberatung“ durch den Referenten für Quartiersmanagement und psychosoziale Beratung (Herr Olaf Rosendahl) angeboten. Durch das Angebot des Mittagstisches sowie durch bestehende Bildungsangebote sollen einerseits die Bedürfnisse und Bedarfe der Zielgruppe erfasst werden, um somit spezifischere Angebote zukünftig anbieten zu können. Andererseits sollen diese Angebote die Möglichkeit für einen Austausch zwischen den Gästen bieten. Im Rahmen von „Gesund im Quartier“ wird ab Herbst 2018 eine Schulungsreihe zur Qualifizierung in der Seniorenbegleitung durchgeführt. Durch die ausgebildeten Fachkräfte sollen Risiken oder Defizite (drohende Überforderung mit Formularen, drohende Verwahrlosung oder Mangelernährung) frühzeitig erkannt und Hilfenetze organisiert werden, die eine gesunde und selbstbestimmte Lebensweise in der eigenen Häuslichkeit ermöglichen.

  • Sonderpreis

    Ganzheitliche Gesundheitsförderung im Evangelischen Familienzentrum VIERWÄNDE

    Gesundheitsförderliche Angebote für Kinder, die Mitarbeiter/innen und Besucher/innen des Familienzentrums

    Mit dem Projekt „Ganzheitliche Gesundheitsförderung im Ev. Familienzentrum VIERWÄNDE“ sollen die Kinder der Kindertagesstätte, die Mitarbeiter/innen und die Besucher/innen des Familienzentrums VIERWÄNDE mit einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung erreicht werden. Die Angebote des VIERWÄNDE – Ev. Familienzentrum Dautphe beziehen sich auf Ziele bzw. Maßnahmen wie Begegnung, Betreuung, Beratung, Bildung, Beteiligung bzw. Begleitung. Angebote innerhalb des Projekts sind:



    • Ernährung (u.a. Kochkreis für Besucher/innen, Teilnahmemöglichkeit der Mitarbeiterin/innen am Frühstück und Mittagessen der Kita, Bezug von regionalen Produkten, Anbau von Obst, Gemüse und Kräutern in eigenen Beeten),
    • Bewegung (u.a. regelmäßige Bewegungs-, Entspannungsangebote sowie Tanz- und Selbstverteidigungskurse, Sitz- bzw. Ruhemöglichkeiten),
    • soziale Kontakte bzw. Hilfen in jeder Lebenslage (u.a. Café der Kulturen, Begegnungscafé für Menschen mit und ohne Demenz, offene Elternberatung/ Elternschule (auch in türkischer Sprache), Eltern-Kind-Kreis),
    • Gestaltung des Gebäudes (u.a. barrierefreie, große Räumlichkeiten, Lärmschutzwände/ -decken, naturnaher Außenbereich rund um das Gebäude).

Bilder: AndreasMann.net