Gesundheitliche (Un-)Gleichheit in Zeiten der Corona-Pandemie

Hilfreiche Quellen und Unterstützungsangebote für die Arbeit mit vulnerablen Zielgruppen

Die Maßnahmen gegen das Coronavirus treffen Menschen in schwierigen sozialen Lagen besonders schwer. Geschlossene Kitas, Horte, Schulen sowie Kinder- und Jugendzentren bedeuten für manche Kinder den Verzicht auf eine geregelte Tagesstruktur sowie eine kostenlose, warme und abwechslungsreiche Mahlzeit pro Tag. Auch stehen nicht allen eine kindergerechte Lernumgebung und adäquate Unterrichts- und Lernmittel zuhause zur Verfügung. Ebenso bleiben die Schließungen von immer mehr Tafeln für geringverdienende Eltern und andere Personen ohne finanzielle Rücklagen sowie Wohnungslose nicht folgenlos, von der Arbeitsplatzsicherheit in vielen Sektoren ganz abgesehen.

Gerade zu diesen herausfordernden Zeiten möchte die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) Hessen für relevante hessische Multiplikator*innen und Akteure in der Kommune mit geeignetem Zugang oder Verantwortung für Menschen in schwierigen Lebenslagen, eine Übersicht mit themenrelevanten Artikeln sowie hilfreichen Webseiten und Unterstützungsangeboten bieten.

Wir haben zu diesem Zweck eine Übersicht erstellt und relevante Angebote zusammengetragen. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert.

Alle Beratungsangebote der KGC Hessen gelten natürlich auch während der Zeit der Corona-Pandemie und wir stehen Ihnen bei Rückfragen jeder Zeit gerne per E-Mail und nach Absprache auch telefonisch zur Verfügung.

1- Stellungnahmen wichtiger Kooperationspartner:

  • Stellungnahme des Zukunftsforums Public Health zur COVID-19-Pandemie: Pandemiebewältigung und nachhaltige Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung. Die Corona-Krise zeigt eindrucksvoll, dass gesundheitliche Herausforderungen alle gesellschaftlichen Bereiche betreffen. Bessere Gesundheit für mehr Menschen ist nur dann zu erreichen, wenn Gesundheit als politisches Ziel kontinuierlich in allen Politikbereichen verankert ist. Die Stellungnahme finden Sie auf: https://zukunftsforum-public-health.de/stellungnahme-covid/
  • Corona-Soforthilfeprogramme "Assistenz und Begleitung" sowie "Lebensmittelversorgung": Aufgrund der aktuellen Corona-Krise startet die Aktion Mensch für Menschen in Notlagen ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro. Dazu gehören Menschen mit Behinderung, deren Pflege- und Assistenzkräfte ausfallen, aber auch sozial schlechter gestellte Menschen, die durch die zunehmende Schließung von Lebensmittelhilfen oder anderen Einrichtungen nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können: www.aktion-mensch.de/foerderung/foerderprogramme/corona-soforthilfe.html
  • Menschenleben schützen – Zusammenhalt stärken: Empfehlungen der BAGSO in Zeiten der Ausbreitung des Coronavirus. Als Interessenvertretung der älteren Generationen hat der BAGSO-Vorstand am 24. März 2020 Empfehlungen verabschiedet, wie der gesundheitliche Schutz, die Versorgung und die soziale Situation älterer Menschen angesichts der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 in Deutschland verbessert werden können: https://www.bagso.de/publikationen/menschenleben-schuetzen-zusammenhalt-staerken/

2- Interessante Artikel zum Thema:

  • „ Sozial vulnerable Kinder und Jugendliche müssen in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken“ Stellungnahme des Zentrum für Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter (ZPI) der Universität Bielefeld unter der Leitung von Prof. Dr. Ullrich Bauer zu den Auswirkungen der Coronavirus- und COVID-19-Pandemie auf die Lebenslagen und -bedingungen sozial vulnerabler Kinder und Jugendliche: Stellungnahme_ZPI_Presse_Sozial vulnerable Kinder und Jugendliche (23.4.2020).pdf

3- Nützliche Webseiten und Unterstützungsangebote nach Themenbereichen / Zielgruppen:

Kennen Sie besondere (Unterstützung-)Angebote für vulnerable Zielgruppen, die in Hessen anwendbar sind? Lassen Sie uns diese gerne an kgc-hessen@hage.de zukommen, damit wir diese in die Übersicht hinzufügen bzw. für die Infokiste von inforo (Fachkräfteportal: kostenlose Registrierung) mit erfolgsversprechenden Praxisbeispielen aus ganz Deutschland empfehlen und für alle Akteure zur Verfügung stellen können!

Für die Quartierarbeit:

  • Das neue online Forum der LAG Soziale Brennpunkte e. V.: Austausch in Zeiten der Corona-Pandemie, um soziale Stadtteilentwicklung auch ohne direkten Kontakt zu Bewohner*innen erfolgreich fortzuführen: https://lagsbh.de/forum/

Im Bereich der Selbsthilfe:

  • Anpassung der täterorientierten Intervention während COVID-19 im Sinne des Opferschutzes.Die Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit häusliche Gewalt hat sich auf die neuen Gegebenheiten eingestellt und steht per Telefon und in Videogesprächen über das Internet zur Verfügung. Informationen unter: https://www.bag-taeterarbeit.de/
  • Hessen-Helfen! In der Corona-Krise möchten viele helfen. Mit der Plattform „Hessen helfen!“ werden Menschen vernetzt, die helfen wollen mit Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind: https://www.hessen-helfen.de/

Für Wohnungslose:

  • Anlässlich der Corona Krise fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) e. V. Zwangsräumungen von Wohnungslosenhilfen auszusetzen, Kapazitäten in Notunterkünften auszuweiten und Ersatzwohnraum sowie Schutzmaßnahmen für Wohnungslose zu beschaffen. Die Pressemitteilung kann auch auf der Website der BAG W unter: https://www.bagw.de/de/presse/index~177.html abgerufen werden. Zudem hat die BAG W, basierend u.a. auf den Ergebnissen der aktuellen Umfrage unter ihren Mitgliedern und Mitgliedseinrichtungen zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf die Klient*innen, Forderungen und Empfehlungen in einem 10-Punkte-Sofortprogramm zusammengefasst. Mehr Informationen dazu auf der BAG W-Website https://www.bagw.de/
  • Corona-Krise und Auswirkung auf die Tafeln: Die Corona-Pandemie stellt die Tafeln vor große Herausforderungen. Als Dachverband der deutschen Tafeln beantworten „Die Tafel Deutschland“ gerne Ihre allgemeinen und überregionalen Fragen zur aktuellen Situation: https://www.tafel.de/

Für (werdende) Familien, Alleinerziehende und Fragen zum Bereich Kinderschutz:

  • Mit der Seite www.elternsein.info wendet sich das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) direkt an Mütter, Väter und anderen Erziehungsberechtigten sowie Personen, die mit Kinder zu tu haben.  Elterninformationen. Hier gibt es Übersichten zu Kontaktdaten und wohnortnahen Angeboten sowie online und telefonische Hilfen für Familien.
  • Der Landeshebammenverband Hessen e. V. hat besondere Hinweise und Empfehlungen die es zum „Coronavirus im Arbeitsalltag“ aus juristischer Sicht und den aktuellen Wissensstand zum Thema Corona-Virus und Stillen zusammengetragen. Die Informationen sind auf der Homepage des Hessischen Landeshebammenverbandes: www.hebammenverband.de/startseite eingestellt.
  • Vertrauliche Hilfen und online Beratungen zum Thema Schwangerschaft in Corona Zeiten vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend finden Sie unter: https://schwanger-und-viele-fragen.de/de/
  • Anrecht auf Entschädigung aufgrund von Kita- und Schulschließungen: „Auch die Kita- und Schulschließungen stellen Eltern vor große Herausforderungen. Wer aufgrund der staatlichen Anordnung zuhause bleiben muss, hat nun ein Anrecht auf Entschädigung. In Anlehnung an das Kurzarbeitergeld zahlt der Staat 67 Prozent des Nettoeinkommens für maximal sechs Wochen. Die Summe ist bei 2016 Euro pro Monat gedeckelt. Wichtig ist: Den Anspruch dürfen nur Eltern geltend machen, die wirklich keine andere Betreuung ermöglichen können, das trifft vor allem Alleinerziehende.“ Mehr dazu: https://meedia.de/2020/03/26/freischaffende-in-der-corona-krise-diese-soforthilfen-koennen-sie-in-ihrem-bundesland-beantragen/
  • Wer keine Miete zahlen kann, kann nicht gekündigt werden: „Mietrückstände und weitere Schulden ohne Konsequenzen: Neben dem Rettungspaket bringt das Justizministerium einen Gesetzentwurf auf den Weg, der festlegt, dass Mietern in der Coronakrise nicht gekündigt werden darf. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor. Normalerweise ist die fristlose Kündigung nach zwei Monaten Zahlungsausfall möglich. Die neue Regelung soll vorerst für Schulden vom 1. April bis 30. September 2020 gelten.“ Mehr dazu: https://meedia.de/2020/03/26/freischaffende-in-der-corona-krise-diese-soforthilfen-koennen-sie-in-ihrem-bundesland-beantragen/
  • Weiterhin unterstützt der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) die Alleinerziehenden durch aktuelle Informationen, durch professionelle Beratung und durch engagierte Lobbyarbeit.: https://www.vamv.de/vamv-startseite/
  • Die „Medizinische Kinderschutzhotline“ ist ein vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördertes, bundesweites, kostenfreies und 24 Stunden erreichbares telefonisches Beratungsangebot für Angehörige der Heilberufe bei Verdachts-fällen von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Kindesmissbrauch. Weitere Informationen finden Sie unter: www.kinderschutzhotline.de.

Für Menschen mit Behinderung:

  • Die Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderten Menschen in Hessen e. V. (LAG WfbM Hessen) informiert zu den aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus: https://www.lag-wfbm-hessen.de/aktuelles/
  • Viele Menschen mit Behinderung sind von der derzeitigen Situation besonders betroffen. Daher informiert die Stiftung Aktion Mensch informiert Menschen mit Behinderung, ihre Partner*innen, ihre Familien und Freund*innen schnell und einfach unter: www.aktion-mensch.de/corona-infoseite.html. Zudem gibt es auch Informationen und Erlärvideos in einfacher, leichter und Gebärdensprache.

Für Menschen mit Migrationshintergrund:

  • Amt für multikulturelle Angelegenheiten in Frankfurt informiert in verschiedenen Sprachen zu Fragen rund um das Corona Virus unter: https://amka.de/corona
  • E-Learning: Traumasensible Unterstützung für geflüchtete Kinder und Jugendliche
  • In den Kursen wird sowohl theoretisches Wissen zu Trauma und Flucht vermittelt, als auch praktisches Handlungswissen anhand von Alltagssituationen eingeübt. Die interaktive Kursdidaktik ist entlang von persönlichen Geschichten real existierender Personen aufgebaut. https://b-umf.de/trauma-sensibel/
  • Interkulturelle Hilfe für Menschen mit Fluchterfahrung - Verein für Kultur und Bildung e. V. Kültür ve Eğitim Derneği finden Sie unter: http://www.kubi.info/de

Für ältere Menschen:

  • Gesprächsangebot für einsame ältere Menschen: In der Corona-Krise sind alle aufgerufen, soziale Kontakte weitgehend zu vermeiden. Viele Ältere werden den Kontakt zu Angehörigen, Freunden oder Nachbarn mindestens telefonisch aufrechterhalten, aber nicht alle Älteren haben solche Netzwerke. Silbernetz ist ein Gesprächsangebot für einsame ältere Menschen. Wer einfach mal reden möchte, kann täglich von 8 bis 22 Uhr die kostenfreie Telefonnummer 0800 4 70 80 90 von Silbernetz anrufen. Aufgrund von Anfragen aus ganz Deutschland ist das Silbertelefon nun bundesweit verfügbar. www.silbernetz.org
  • Digital-Kompass (BAGSO-Projekt) - Das Projekt bietet in der Krise zahlreiche Online-Veranstaltungen und Materialien zum Umgang mit digitalen Medien: https://www.digital-kompass.de/

Für Erwerbslose und Arbeitnehmer, die durch die Corona-Pandemie besonders betroffen sind:

  • Aktuelle Infos für Träger der Arbeitsförderung in Hessen (LAG Arbeit in Hessen e. V.): Unter anderem zum Zugang zu sozialer Sicherung und zum Einsatz und zur Absicherung sozialer Dienstleister aufgrund des Coronavirus SARS-CoV-2″ (Sozialschutz-Paket). https://www.lag-arbeit-hessen.de/
  • ver.di Landesbezirk Hessen: Unter www.verdi.de finden sich ständig aktualisierte Neuigkeiten und Informationen zu politischen und arbeitsrechtlichen Entwicklungen rund um die Pandemie. Dort ist auch eine Themenseite/ein Brennpunkt rund um Corona eingerichtet. https://www.verdi.de/themen/arbeit/corona

Für Menschen mit Fragen rund um das Thema Sucht:

  • Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) ist auch in Zeiten von Corona erreichbar und unterstützt gerne bei der Suche nach Suchtberatungsstellen. Digitale Sprechstunde für die Suchthilfe immer mittwochs von 14-15 Uhr.Mehr Infos unter www.hls-online.org
  • Sucht & Drogen Hotline der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): 01805 313031 (kostenpflichtig 0,14 €/Min aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.), Sprechzeiten: Montag bis Sonntag von 0.00 bis 24.00 Uhr.
  • Die Caritas Deutschland bietet eine anonyme Online-Beratung an (Chat-Suchtselbsthilfe und Chat-Beratung).

Für Menschen mit chronischen Erkrankungen:

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen:

Kennen Sie weitere besondere (Unterstützung-)Angebote für vulnerable Zielgruppen, die in Hessen anwendbar sind? Lassen Sie uns diese gerne an kgc-hessen@hage.de zukommen, damit wir diese in die Übersicht hinzufügen bzw. für die Infokiste von inforo (Fachkräfteportal: kostenlose Registrierung) mit erfolgsversprechenden Praxisbeispielen aus ganz Deutschland empfehlen und für alle Akteure zur Verfügung stellen können!