Land vergibt zum 5. Mal den Hessischen Gesundheitspreis

Am 10. Oktober 2016 hat der Hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner im Hessischen Landtag in Wiesbaden vier Projekte der Gesundheitsförderung und Prävention mit dem Hessischen Gesundheitspreis in den Kategorien "Gesund Aufwachsen", "Gesund Bleiben - Mitten im Leben" und "Gesund Altern" sowie mit dem Sonderpreis der Jury ausgezeichnet.

Die Vergabe des Gesundheitspreises soll die Sichtbarkeit vielfältiger Projekte und Aktivitäten fördern und zur qualitätsorientierten Fortentwicklung des Sozial- und Gesundheitswesens beitragen. Die Projekte müssen unmittelbaren Bezug zu Hessen und einen Vorbildcharakter im Sinne von „Good-Practice“ aufweisen. Für das Bewerbungsverfahren wurde ein elektronisches Befragungsinstrument auf Basis des HAGE-Internetauftritts entwickelt. Insgesamt sind 48 Projektvorschläge für den Gesundheitspreis form- und fristgerecht eingegangen. 18 Projekte schafften es in die Endrunde, aus denen die vier Gewinner ermittelt wurden.

Gruppenbild Gesundheitspreis

Die Preisträger

Gruppenbild Wetteraukreis

Bereich „Gesund Aufwachsen“: Wetteraukreis is(s)t gut

Bei dem Projekt „Wetteraukreis is(s)t gut“ – umgesetzt vom Fachdienst Gesundheit des Wetteraukreises – werden präventive Angebote auf vorbildliche Weise aufeinander abgestimmt. Dabei ist es das Ziel die Ernährungs-, Gesundheits- und Verbraucherbildung der Kinder in den Grundschulen des Wetteraukreises zu verbessern. Die Regionalität und Erzeugung der Lebensmittel sowie der Spaß und Genuss am Essen stehen dabei im Vordergrund. Durch ein koordiniertes Zusammenspiel von Gesundheit und Bildung und die Verknüpfung von Verhaltens- und Verhältnisprävention soll die Grundschule zu einer gesundheitsfördernden Lebenswelt, einem Lern-, Lebens- und Arbeitsraum weiterentwickelt werden.

Gruppenbild FIGA

Bereich „Gesund Bleiben – Mitten im Leben“: FIGA – Frühzeitige Intervention psychische Gesundheit ein sequentielles Arbeitsfähigkeitskonzept

FIGA ist ein gemeinsames Pilotprojekt des Caritasverband Darmstadt e.V. (CVD), der Betriebskrankenkasse des Unternehmens Merck KGaA (Merck BKK) sowie der Technischen Universität Darmstadt, Forschungsgruppe Arbeits- und Ingenieurpsychologie (FAI). Die Kooperationspartner haben ihre Kompetenzen gebündelt, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma in psychosozialen Problemlagen eine schnelle, fachlich kompetente und am Bedarf des Einzelnen orientierte psychologische Beratung anzubieten. Die Teilnahme an FIGA soll dazu beitragen, dass aus Herausforderungen des Lebens keine schwerwiegenden psychischen Probleme werden. “Mit FIGA baut der Caritasverband Darmstadt e.V. seine psychosoziale Krisenversorgung aus und kann hierbei aus der langjährigen Erfahrung des breit aufgestellten Verbandes schöpfen”, sagt Franz-Josef Kiefer, Leiter des Caritasverband Darmstadt e. V. „Im Kern will FIGA sog. Gatekeeping-Strukturen aufbauen, welche im Dialog mit den Betroffenen so früh wie möglich passgenaue psychosoziale Hilfe entwickelt. Es gilt die Spirale der unendlich langen Leidenswege Hilfesuchender zur passenden Unterstützung zu durchbrechen“, ergänzt Bastian Ripper, Projektverantwortlicher seitens des Caritasverbands Darmstadt e.V.

Gruppenbild Bewegung gegen das Vergessen

Bereich „Gesund Altern“: Bewegung gegen das Vergessen

Im Schwalm-Eder-Kreis leben derzeit rund 180.000 Menschen. Etwa 16.000 davon sind laut der Alzheimergesellschaft Schwalm-Eder e.V. an einer Alzheimerdemenz erkrankt, diese Zahl wird sich in den nächsten 10 Jahren verdoppeln, erklären die Initiatoren des Projekts. Eine gezielte Vorbeugung durch Medikamente ist bisher noch nicht möglich. Zahlreiche Studien empfehlen körperliche Aktivität als Prävention und Therapie. Hier setzt das wohnortnahe Präventions- und Therapieprogramm „Bewegung gegen das Vergessen“ der Alzheimer Gesellschaft Schwalm Eder e.V. in Kooperation mit dem Sportverein MT Melsungen an. Es verknüpft die Bereiche Soziales und Sport und setzt sich zusammen aus einem Bewegungsprogramm und einer Schulung zur Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter zum Sportbegleiter in der Demenzprävention. Die Intervention zielt auf Personen im höheren Erwachsenenalter, die ein erhöhtes Demenzrisiko aufweisen, aber auch Betroffene in einem frühen bzw. noch nicht diagnostiziertem Stadium. Durch das Projekt sollen sie länger körperlich und geistig aktiv und unabhängig leben können, neue Kontakte knüpfen und Lebensfreude erfahren.

Gruppenbild_Die besitzbare Stadt

Sonderpreis der Jury: Die besitzbare Stadt

Alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens, alle Maßnahmen und Angebote, müssen für Menschen erreichbar sein, deren Radius und deren Bewegungsmöglichkeiten sich mit zunehmendem Alter einschränken, oder durch Krankheit oder Behinderung schon früher eingeschränkt sind. Hier liegt der Ausgangspunkt für das Projekt „Die besitzbare Stadt“ der Stadtverwaltung Griesheim. Sitzensembles an den richtigen Stellen platziert, gut zu „besitzen“ mit Armlehnen und vielleicht noch Platz für einen Rollator kommen vor allem den Bedürfnissen der Seniorinnen und Senioren, die im öffentlichen Raum unterwegs sind entgegen. Auf der einen Seite bieten die Sitzmöglichkeiten eine Gelegenheit sich kurz auszuruhen und neue Kraft für den weiteren Weg zu sammeln. Auf der anderen Seite sind die Sitzgelegenheiten ein Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren und ermöglichen es ihnen weiterhin am öffentlichen Leben teilzuhaben. Bürgermeisterin Gabriele Winter sagt, „die Lebensqualität in einer Kommune wird sehr individuell gesehen und beurteilt. Oft ist ein Perspektivenwechsel erforderlich, um die Sicht der Anderen zu verstehen. Wir in Griesheim haben diesen Wechsel der Perspektive vollzogen und zusammen mit Kindern und älteren Menschen individuelle Ziele und die Wege erkundet. Die sichtbaren Ergebnisse in Form von „Spielobjekten“ und „Sitzgelegenheiten“ sind heute Teil unseres öffentlichen Lebens. Wir werden den Perspektivenwechsel noch öfter wagen, um Lebensqualität zu gewinnen.“