Land vergibt zum zweiten Mal den Hessischen Gesundheitspreis

Sozialminister Grüttner: "Gesundheitsförderung und Prävention müssen in allen Lebenswelten gestärkt werden"

Der Hessische Gesundheitspreis wurde heute an drei herausragende Projekte verliehen, die einen wichtigen Beitrag für die Prävention und Gesundheitsförderung in Hessen leisten. Der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner ehrte jeweils ein Projekt in den Bereichen „Gesund Aufwachsen“, Gesund Leben“ und „Gesund Altern“, die sich für die Gesundheit der hessischen Bevölkerung einsetzen.

„Gute Gesundheit und der Erhalt von Lebensqualität sind zentrale Voraussetzungen für alle privaten Aktivitäten und Pläne, ob im Beruf, in der Familie oder in der Freizeit. Neue Herausforderungen in der medizinischen Versorgung und die Veränderungen durch den demographischen Wandel erfordern ein Umdenken bei allen an der Gesundheitsversorgung Beteiligten, bei den Patientinnen und Patienten, aber auch in Politik und Gesellschaft“, betont Sozialminister Stefan Grüttner. „Die ausgezeichneten Projekte haben Vorbildcharakter für weitere Unternehmungen in der Prävention und Gesundheitsförderung, “so Grüttner. Insgesamt waren 96 Projektvorschläge für den Gesundheitspreis form- und fristgerecht eingegangen. 25 Projekte waren insgesamt nominiert aus denen die diesjährigen Gewinner ermittelt wurden.

Gesundheitspreis 2013

Die drei Gewinner:

Bereich „Gesund Aufwachsen“: "Verrückt? Na und!" Seelisch fit in Schule und Ausbildung“ der Diakonie Lahn Dill und der Barmer GEK

Lehrer und Eltern spüren immer stärker, dass der schulische Lernerfolg durch psychische Beeinträchtigungen der Schüler gefährdet ist. Zunehmend mehr Kinder und Jugendliche können mit den Chancen und Risiken, die das Aufwachsen heute mit sich bringt, nicht angemessen umgehen. Sie sind damit mehr oder weniger überfordert.
Psychische Gesundheit zu erhalten und zu fördern sowie psychische Erkrankungen zu verhüten wird zu einer zentralen Aufgabe einer guten gesunden Schule. Denn nur ein gutes Schulklima bietet psychische und physische Sicherheit für Schüler und Lehrer.
Das Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ fördert und unterstützt diesen innovativen Ansatz, indem es Jugendliche für psychische Gesundheit sensibilisiert, zur Prävention beiträgt und für Offenheit, Verständnis und Toleranz gegenüber Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen sowie in zwischenmenschlichen Beziehungen wirbt. Zugleich ermutigt es Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen, selbstbewusst an der Gesellschaft teilzuhaben. Kern des Schulprojekts ist die direkte Begegnung zwischen Schülern und Menschen, die psychische Krankheit erfahren haben.
Kontakt unter www.diakonie-lahn-dill.de oder www.barmer-gek.de

Weitere nominierte Projekte in der engeren Auswahl der Jury im Bereich „Gesund Aufwachsen“ waren diese 8 Projekte:

  • Der aid-Ernährungsführerschein in Grundschulen des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg, Fachbereich Gesundheit des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Marburg
  • Das ganzheitliche Präventionsprogramm KIKS UP, Bad Nauheim
  • Lehrerfortbildung “Beweg Dich, Schule!” von Klasse 1-13, AOK Die Gesundheitskasse in Hessen, Bad Homburg
  • Hilfe-für-Fritz, Kinder- und Jugendarztpraxis Dr. Bernhard Stier, Butzbach
  • Das Marburger Modell – Ein Konzept zur zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe, Landkreis Marburg-Biedenkopf und ZMK Marburg, Marburg
  • gesundekids – fit fürs Leben, gesundekids eg, Wiesbaden
  • Die Balance des eigenen gesunden Körperbewusstseins von Kind an finden, Kita Frankfurt, 60313 Frankfurt
  • Auf dem Weg zur gesundheitsfördernden Schule, Grundschule Garbenheim, Wetzlar

Bereich „Gesund Bleiben“: "Azubi Gesundheit. Gesundheitskompetenz für Auszubildende" des Instituts für Gesundheitsförderung und –forschung in Dillenburg.

„Azubi-Gesundheit“ ist ein flexibles und erprobtes Programm zur Gesundheitsbildung von Auszubildenden. Dabei wird die Gesundheitskompetenz von Auszubildenden nachhaltig verbessert. Der Grundansatz ist hierbei klar umrissen und kausal angelegt: Gesundheit führt zu Leistung – führt zu Erfolg. Zugangswege sind Betrieb, Schule und überbetriebliche Ausbildung. Mittlerweile wurde es an über 15.000 Auszubildenden erprobt und stetig weiterentwickelt. Das Programm enthält Basis-Module zu einer breiten Palette gesundheitlicher Themen sowie variable berufsspezifische Module, die flexibel kombiniert werden können.
Weitere Informationen unter www.azubi-gesundheit.de

Weitere nominierte Bewerbungen in der engeren Auswahl der Jury im Bereich „Gesund Bleiben“ waren diese 3 ebenfalls sehr gut bewerteten Projekte:

  • “Train to Job”- Eine arbeitsmarktintegrative Gesundheitsförderung, Werkstatt Frankfurt e.V., Frankfurt am Main
  • Kassel bewegt Kulturen, Landessportbund Hessen e.V., Kassel
  • Gemeinsam Fit – Bewegung, Ernährung, Arbeit, Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises gGmbH, Hanau

Bereich „Gesund Altern“: "GRIPS – kompetent im Alter" des Seniorenreferats der Evangelischen Kirche in Kassel

Bei GRIPS handelt es sich um ein Angebot, mit dem ältere Menschen möglichst wohnortnah Gelegenheit erhalten, in einem überschaubaren Kreis von bis zu zwölf Personen Gedächtnis, Konzentrationsvermögen, Beweglichkeit und Gleichgewicht zu trainieren. Gleichzeitig soll die Gruppe einen Rahmen bieten, Kontakte zu knüpfen, Alltagsfragen zu erörtern und damit an Lebensqualität zu gewinnen. Das von der Stadt Kassel 2007/2008 dank einer EU-Förderung modellhaft entwickelte Projekt wird seither in gemeinsamer Verantwortung des Referats für Altenhilfe des Sozialamtes und des Seniorenreferats der Evangelischen Kirche Kassel fortgeführt. Inzwischen konnten über 50 Grips-Trainerinnen und -Trainer ausgebildet werden, die stadtweit – meist in Zweierteams – über zwanzig GRIPS-Gruppen leiten.
Weitere Informationen unter www.ekik.de

Weitere nominierte Projekte in der engeren Auswahl der Jury im Bereich „Gesund Altern“ waren 4 Projekte:

  • Hitzetelefon Sonnenschirm, Gesundheitsamt Kassel, Kassel
  • Frankfurter Netzwerk “Aktiv bis 100”, Hessischer Turnverband e.V., Frankfurt
  • Hanauer Aktivteam, Landessportbund Hessen e.V., Frankfurt
  • Besuchs- und Begleitungsdienst mit Hund, Malteser Hilfsdienst e.V., Limburg

Es sind die innovativen Projekte, die Wege zum gesunden Leben aufzeigen, aber auch die Stärkung von Gesundheitsressourcen in den Lebenswelten der Menschen ermöglichen. Damit steigern sie die individuelle Gesundheit, die Lebensfreude und Lebensqualität des Einzelnen. Die Preisträger erhielten neben einer Urkunde jeweils 2.000 Euro.
Der heutigen Ehrung im Landtag war eine Vielzahl von Bewerbungen unterschiedlichster Projekte in der Prävention und Gesundheitsförderung vorausgegangen. Die Ausschreibung zum Gesundheitspreis 2013 machte deutlich, dass es viele gute Projekte im Land Hessen gibt, die zur Steigerung der Gesundheit und Lebensqualität des Einzelnen beitragen. Sie geben ein weites Spektrum an Engagement wieder, angefangen in den Kinder- und Jugendbereichen über die Arbeitswelt, Vereine und Krankenkassen bis hin zur Kommune. Der achtköpfigen Jury aus den Bereichen der Wissenschaft und des Gesundheitswesens hatten es die eingegangenen Bewerbungen nicht leicht gemacht. Die Jury des Hessischen Gesundheitspreises setzt sich im Jahr 2013 aus Persönlichkeiten zusammen, die professionelle Gesundheitsförderung und Prävention aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten zusammen, darunter Vertreter aus Wissenschaft und Forschung, Krankenversicherung, Gesundheitsdiensten und Verwaltung.

  • Dr. med. H. Ernst, Gesundheitsamt Landkreis Fulda
  • Prof. Dr. Volker Beck, Hochschule Darmstadt
  • Prof. Dr. Dr. Winfried Banzer, Johann Wolfgang Goethe-Universität
  • Dr. med. Harald Herholz, Kassenärztliche Vereinigung Hessen
  • Dieter Schulenberg, (HAGE) Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V.
  • Detlef Lamm, AOK Hessen
  • Dr. Catharina Maulbecker-Armstrong, Hessisches Sozialministerium
  • Prof. Dr. Kathrin Kohlenberg-Müller, Hochschule Fulda

Alle Projekte sind über den Hessischen Projekt-Atlas einsehbar und können über www.adressen-in-hessen.de eingesehen werden.