Gesundheitsminister Stefan Grüttner überreicht Bernhard Christoph Faust-Medaille

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Für hervorragende Verdienste um die Gesundheitsförderung und gesundheitliche Prävention hat der Hessische Gesundheitsminister, Stefan Grüttner am 02. November in Wiesbaden Sr. Dr. Maria Goetzens (Frankfurt), Elisabeth Lach (Hanau) und Dr. Christian Luetkens (Wiesbaden) mit der Bernhard Christoph Faust-Medaille ausgezeichnet. Die vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Medaille wird alle zwei Jahre vergeben. „Die drei Geehrten haben durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement viele Menschen unterstützt, ihre Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern“, erklärte der Gesundheitsminister.

Die Medaillenträger

Sr. Dr. Maria Goetzens leitet seit 1997 die Elisabeth-Straßenambulanz der Caritas Frankfurt. Diese bietet medizinische und pflegerische Versorgung für Obdachlose und all jene Menschen, die keine reguläre ambulante Versorgung erhalten können. Sie hat maßgeblich zur Entwicklung und zum Erhalt der Straßenambulanz beigetragen. So kam 2010 eine zahnärztliche Versorgung, 2012 eine psychiatrische Sprechstunde und 2016 eine Gesundheitsberatung für Geflüchtete und Asylbewerber hinzu. Durch die Einführung des Ambulanzpflegebusses ist es möglich, die Bedürftigen, die nicht aus eigener Kraft die Elisabeth-Straßenambulanz aufsuchen können, vor Ort zu versorgen. Damit leisten die Medaillenträgerin und ihr Team einen großen Beitrag zur Gesunderhaltung von Menschen, die ansonsten keine Chance auf eine Versorgung hätten. Sr. Dr. Maria Goetzens wurde bei der Verleihung der Medaille von Sr. Theresia Förster vertreten. Sie las im Namen von Goetzens deren Dankesrede vor und drückte dem gesamten Team der Elisabeth-Straßenambulanz dabei ihren Dank aus.

Elisabeth Lach war sowohl während ihrer beruflichen Tätigkeit im Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Main-Kinzig-Kreis, als auch nach ihrem altersbedingten Ausscheiden aus dem öffentlichen Dienst der Sozialpsychiatrie verbunden. Mit der Verleihung der Medaille soll ihr jahrzehntelanger Einsatz für die Gleichstellung psychisch kranker Menschen und ihr Wirken für eine bessere, gemeindenahe (sozial-)psychiatrische Versorgung im Main-Kinzig-Kreis gewürdigt werden. Ihre haupt- und ehrenamtliche Arbeit war und ist von der Überzeugung geprägt, benachteiligte Menschen aus ihrer Isolation zu befreien, sie am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen und sie soweit zu befähigen, dass sie ihr Leben wieder so selbstständig wie möglich führen können. Nach wie vor kümmert sie sich empathisch um Beschwerden von Betroffenen, Angehörigen und Mitarbeitern aus dem psychiatrischen Bereich und gibt der Beschwerdestelle, die sie zusammen mit Gleichgesinnten gründete, ein Gesicht. In Ihren Dankesworten war es Elisabeth Lach ein Bedürfnis zu betonen, dass sie die Medaille stellvertretend für ihre Mitstreiter aus Kassel, Darmstadt, Heppenheim und dem Vogelsbergkreis entgegennimmt.

Dr. Christian Luetkens hat sich mit Leidenschaft und Beharrlichkeit für die Weiterentwicklung und langfristige Implementierung der Gesundheitsförderung eingesetzt. Von 1985 bis 2009 war er Leiter des auf Länderebene ersten Fachreferats für Gesundheitsförderung, Prävention und Epidemiologie im Hessischen Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit (heute: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration). Als Vorstandsvorsitzender der HAGE-Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. von 1992 bis 2000 hat er zu einer breiten Vernetzung des Vereins beigetragen. Seit mehr als 30 Jahren ist Dr. Christian Luetkens ehrenamtlicher Mitherausgeber der Zeitschrift „Prävention“. 2010 gründete er zusammen mit neun Wiesbadener Bürgerinnen und Bürgern den Förderverein „Reden ist Gold e.V.“, der zur Finanzierung der ambulanten psychosozialen Krebsberatungsstelle in Wiesbaden beiträgt. Darüber hinaus ist er seit vielen Jahren ehrenamtlich in der Hessischen Krebsgesellschaft e.V. engagiert. In seiner Dankesrede sagte Luetkens, dass es in den vergangenen 40 Jahren viele Fortschritte im Bereich der Prävention gegeben habe, der Weg aber noch weiter gegangen werden müsse.

Den Abschluss der Verleihung bildete der Festvortrag „Von der Hygiene zur Gesundheitsförderung im 21. Jahrhundert“ von Prof. Lotte Kaba-Schönstein. Die Professorin für Soziale Arbeit und Gesundheitsförderung an der Hochschule Esslingen engagiert sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der gesundheitlichen Chancengleichheit.

Zur Medaille

Die Bernhard Christoph Faust-Medaille wird alle zwei Jahre vom Land Hessen an höchstens drei Personen verliehen. Sie wird an Personen verliehen, die sich beruflich und/oder ehrenamtlich für die Gesundheitsförderung und Prävention in Hessen engagieren. Dabei soll die Medaille an den engagierten Arzt Dr. Bernhard Christoph Faust (1755 – 1842) erinnern, der als Pionier der Gesundheitsvorsorge, Begründer einer systematischen Gesundheitsförderung in Schule und Elternhaus und einer der ersten Impfärzte in die Medizingeschichte einging.