Start der Praxisphase des Modellprojekts Schulgesundheitsfachkräfte in Hessen

Juli 2017. Die HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. begrüßt nach zweimonatiger Weiterbildung an der Evangelischen Hochschule Darmstadt die Schulgesundheitsfachkräfte in Ihren Schulen.

Der inklusive Bildungsanspruch, Ganztagsangebote sowie die Förderung bildungsbezogener Chancengleichheit stellen die Schulen in Hessen vor große Herausforderungen.

In angelsächsischen und skandinavischen Ländern sind spezialisierte Pflegekräfte für die gesundheitliche Versorgung und die Umsetzung von gesundheitsförderlichen und präventiven Angeboten in der Schule verantwortlich. Die Förderung des Gesundheitswissens und der allgemeinen Gesundheitskompetenz sind dabei zentrale Zielsetzungen. Die „School Nurses“ sind Ansprechpersonen in jeglichen gesundheitlichen Angelegenheiten, nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehrkräfte, Eltern sowie inner- und außerschulische Kooperationspartner.

Seit dem 1. Juni 2017 haben zehn Schulgesundheitsfachkräfte an je fünf Schulen in Frankfurt und Offenbach nach zweimonatiger Vollzeitweiterbildung an der Evangelischen Hochschule Darmstadt mit ihrer praktischen Arbeit begonnen. Sie werden bis Ende 2018 Erste Hilfe bei Verletzungen leisten, aber auch präventiv in der Gesundheitsförderung wirken oder bei chronischen Erkrankungen nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch Eltern und Lehrkräfte unterstützen. Insgesamt betreuen sie beinahe 9.000 Schülerinnen und Schüler in zehn Schulen.
Mit dem Modellprojekt Schulgesundheitsfachkräfte wollen die Bundesländer Brandenburg und Hessen gemeinsam zeigen, dass es auch für Deutschland sinnvoll ist, Schulgesundheitsfachkräfte einzusetzen.

Sarah Hurm, die seit Juni an der Georg-Büchner-Schule Frankfurt als Schulgesundheitsfachkraft tätig ist, berichtet, dass bereits in den ersten zwei Arbeitswochen mindestens 10 Kinder am Tag ihr Sprechzimmer aufgesucht und mit verschiedensten Anliegen Hilfe und Rat erbeten haben. Nicht nur die gesundheitliche Versorgung sei laut Frau Hurm wichtig, sondern auch das Beantworten von Fragen bezüglich sämtlicher gesundheitlicher Angelegenheiten. Beispielsweise kam ein Kind mit einer drei Tage alten Wunde zu Frau Hurm, da es sich unsicher war, ob die Wunde sachgemäß heilen würde.

Um in der Schule bekannt zu werden, nutzt Frau Hurm alltägliche Tür-und Angel-Gespräche, ist aber auch in einigen Schulgremien (unter anderem dem Kinderschutz- und Präventionsteam) bereits fest eingebunden und kann somit ihre Expertise als Pflegekraft in den Schulalltag einbringen.

Der stellvertretende Schulleiter Jürgen Hundertmark schätzt an seiner neuen Fachkraft an der Schule, dass sie kompetente und verlässliche Ansprechpartnerin für gesundheitliche und damit verbundene seelische Belange der Schülerinnen und Schüler ist.

Durch die maßgebliche Finanzierung der AOK Hessen und die Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und des Hessischen Kultusministeriums wird der Einsatz der Schulgesundheitsfachkräfte in Hessen bis Dezember 2018 ermöglicht. Zudem wird das Projekt begleitend durch die Charité Berlin evaluiert, um die Wirkung des Einsatzes der Schulgesundheitsfachkräfte ermitteln zu können und um eine Daten- und Argumentationsgrundlage für weitere Entscheidungen nach Projektende liefern zu können. Weitere Informationen finden unter