Gemeinsame Pressemitteilung zur Auftaktveranstaltung „Schulgesundheitsfachkräfte in Hessen“

In Frankfurt und Offenbach sind seit kurzem Schulgesundheitsfachkräfte in zehn Schulen im Einsatz. Sie leisten Erste-Hilfe, greifen das Thema Gesundheitsförderung in Schulen auf und vernetzen zu anderen Diensten. Gemeinsam mit den Partnern wurde heute das Modellprojekt in der Georg-Büchner-Schule in Frankfurt präsentiert. Das Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité – Universitätsmedizin Berlin begleitet und evaluiert das Modellprojekt.

Der inklusive Bildungsanspruch, Ganztagsangebote sowie die Förderung bildungsbezogener Chancengleichheit stellen Schulen vor große Herausforderungen. „Bestmögliche Bildungschancen für Alle, unabhängig vom Gesundheitszustand den die Kinder täglich in die Schule mitbringen, kann nur mittels Fachpersonal vor Ort erreicht werden“, so Dieter Schulenberg, Geschäftsführer der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, die in Hessen Projektträger ist. Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer sieht in dem Projekt große Chancen: „Schulgesundheitsfachkräfte kombinieren kurative und präventive Gesundheitsversorgung ideal und leisten gerade bei den Schülerinnen und Schülern einen enormen Beitrag zur Gesundheitsbildung und Prävention.“

Die Versorgung und Betreuung von akut- und chronisch kranken Schülerinnen und Schülern sowie Erste-Hilfe kann durch das Modellprojekt nun von einer ausbildeten Pflegekraft in den Schulen geleistet werden. Seit dem 1. Juni 2017 sind zehn Schulgesundheitsfachkräfte an je fünf Schulen in Frankfurt und Offenbach eingesetzt. Durch die maßgebliche Finanzierung der AOK Hessen sowie die Unterstützung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und des Hessischen Kultusministeriums wird der Einsatz der Schulgesundheitsfachkräfte bis Dezember 2018 ermöglicht. Insgesamt betreuen die Schulgesundheitsfachkräfte zirka 9.000 Schülerinnen und Schüler.

In angelsächsischen und skandinavischen Ländern zählen spezialisierte Pflegekräfte für die gesundheitliche Versorgung und die Umsetzung von gesundheitsförderlichen und präventiven Angeboten in der Schule schon lange zum Schulalltag. Die „School Nurses“ sind Ansprechpersonen in jeglichen gesundheitlichen Angelegenheiten, nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für Lehrkräfte, Eltern sowie inner- und außerschulische Kooperationspartner. Die Förderung des Gesundheitswissens und der Gesundheitskompetenz sind dabei zentrale Zielsetzungen. Dies hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe mit Gründung der „Allianz für Gesundheitskompetenz“ im Juni 2017 unterstrichen.

„Langfristig wollen wir mit dem Einsatz der Fachkräfte die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler fördern und somit einen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengleichheit leisten“, so Majer und Schulenberg weiter.

Das bekräftigt auch Kerstin Roth, Leiterin der Abteilung Prävention bei der AOK Hessen: „Die Arbeit der Schulgesundheitsfachkräfte hat eine starke psychologische Komponente. Sie sind besondere Vertrauenspersonen; die Kinder fühlen sich bei ihnen sicher. Den Schülerinnen und Schülern soll ein besseres Bewusstsein für ihren Körper und ihre Bedürfnisse vermittelt werden – dadurch sollen sie lernen, gesünder zu leben. Ich bin sehr gespannt auf die Evaluationsergebnisse des Projektes.“

Auf das neue Arbeitsfeld Schule wurden die examinierten Krankenpflege- und Kinderkrankenpflegekräfte durch eine zweimonatige Vollzeitweiterbildung an der Evangelischen Hochschule Darmstadt vorbereitet die auch berufsbegleitend fortgeführt wird. Die ansässigen Gesundheitsämter in Frankfurt und Offenbach beraten und begleiten die Fachkräfte fachlich und vernetzen mit den regionalen Diensten und Angeboten.

Mit dem Modellprojekt soll überprüft werden, dass es auch für Deutschland sinnvoll ist, Schulgesundheitsfachkräfte einzusetzen. Das Projekt wird durch die Charité Berlin evaluiert, um die Effekte des Einsatzes der Schulgesundheitsfachkräfte bewerten zu können.

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Bild: © Andreas Mann