Fachtagung, 21. März 2012
Haus am Dom, Frankfurt

Diagnose ADHS
Miteinander erfolgreich handeln

„Wenn Kinder sich selbst schädigen wollen, ist das nicht auf ihre Unerfahrenheit zurückzuführen, sondern umgekehrt auf ihre Erfahrungen.“ Mit diesem Zitat von Ekkehard von Braunmühl und dem Wunsch, dass wir gemeinsam dafür Sorge tragen, dass Kinder mit der Diagnose ADHS positive Erfahrungen im Umgang mit ihnen erleben dürfen, endete am 21.03.2012 die Fachtagung „Diagnose ADHS – Miteinander erfolgreich handeln“.
Die von Susanne Nöcker aus dem Hessischen Sozialministerium (HSM) und Rolf Reul von der HAGE – Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. moderierte Veranstaltung mit 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde gemeinsam vom ADHS-Netz- Süd-Hessen (ein Projekt der Vitos-Klinik Hofheim), dem HSM und der HAGE e. V. im Haus am Dom in Frankfurt durchgeführt. Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom, ist eine der am meist diskutierten Diagnosen bei Kindern und Jugendlichen, ebenso wie die dabei angewandten Therapiemöglichkeiten.

In einem Einführungsvortrag von Dr. Michael Einig (Vitos-Klinik Hofheim) wurden die Teilnehmer über das Störungsbild ADHS auf wissenschaftlicher Grundlage informiert und zur interdisziplinären Zusammenarbeit aufgefordert. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Martin Holtmann von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der LWL-Universitätsklinik Hamm das Konzept der Schutzfaktoren vor und erläuterte an praktischen Beispielen den Begriff der Resilienz und deren Bedeutung für die Entwicklung von Prävention und Therapie bei ADHS. Resilienz ist die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Lebensumständen umzugehen. Prof. Dr. Caterina Gawrilow (IdeA Frankfurt) stellte nach der Mittagspause Studien vor, die die Wirkungsweise selbstregulativer Strategien bei Kindern mit ADHS untersuchen. In der Praxis bedeutet dies, Kindern mit ADHS zur Lösung kognitiver Anforderungen entweder allgemeine Instruktionen in Form von Zielintentionen oder spezifische Wenn-Dann Pläne vorzugeben. Der Schlussvortrag von Dr. Mareike Schüler-Springorum (Vitos Klinik Bad Wilhelmshöhe für Kinder- und Jugendpsychiatrie Kassel) wurde auf Grund der Erkrankung der Referentin, von Dr. Michael Einig und Prof. Dr. Martin Holtmann übernommen. Der Beitrag setzte sich mit den verschiedenen therapeutischen Ansätzen auseinander und zeigte wie sich die richtige Therapie zur richtigen Zeit positiv auf die Prognose und damit letztlich auf die Lebensqualität auswirken kann. Alle Vorträge stehen Ihnen auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.

Zum Abschluss der sehr erfolgreichen Veranstaltung, fand unter der Moderation von Frau Nöcker ein Podiumsgespräch der Referenten statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten sehr angeregt und konstruktiv die Möglichkeit sich daran zu beteiligten. Die Kooperationspartner werden auf Grund der hohen Resonanz in den nächsten Monaten die Möglichkeiten eruieren, das Thema auf einer weiteren Fachtagung erneut aufzugreifen.

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