Staatsminister Stefan Grüttner überreicht Bernhard-Christoph-Faust-Medaille

Für hervorragende Verdienste um die Gesundheitsförderung und gesundheitliche Prävention hat der Hessische Gesundheitsminister, Stefan Grüttner am Mittwoch, den 06. Juni 2018 Frau Irene Kopf (Bad Nauheim), Herrn Dr. Harald Seehausen (Frankfurt) und Herrn Dr. Wolfgang Kauder (Darmstadt) mit der Bernhard-Christoph-Faust-Medaille ausgezeichnet. Die vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Medaille wird alle zwei Jahre vergeben. „Die drei Geehrten haben durch ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement viele Menschen unterstützt, ihre Gesundheit zu erhalten oder zu verbessern“, erklärte der Gesundheitsminister.

Die Verleihung fand am 06.06.2018 in der Hessischen Staatskanzlei Wiesbaden statt. Herr Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration führte als Moderator durch den Vormittag. Den Festvortrag der feierlichen Veranstaltung hielt Herr Dr. Joachim Hartlieb aus Unna. Der Titel seines Vortrages lautete “Gesundheit – von der Sozialmedizin zur Lebenskunst”. Für das gelungene musikalische Zwischenspiel sorgte das Jazz Duo “Aupperle meets Keßler” mit Julian Keßler an der Gitarre und Christoph Auperle am Vibraphon.

Irene Kopf

Irene Kopf engagiert sich seit mehr als 20 Jahren auf Landes- und Bundesebene für die Belange von Menschen, die an Poliomyelitis/Kinderlähmung erkrankt sind. Sie ist bis heute ehrenamtliche Landessprecherin des Bundesverbandes Poliomyelitis e.V. Hessen und Regionalgruppensprecherin verschiedener regionaler Gruppen des Bundesverbandes Polio. Sie sitzt bis heute in verschiedenen Ausschüssen der Kassenärztliche Vereinigung und ist als 2. Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Hessen Selbsthilfe e. V. in verschiedenen Arbeitsgruppen tätig. Ihrem unermüdlichen Engagement ist es zu verdanken, dass nicht nur die Lebensbedingungen und Teilhabechancen Betroffener und deren Angehöriger verbessert haben, sondern auch, dass diese Krankheit in Deutschland als nahezu ausgerottet gilt.

Dr. Harald Seehausen

Dr. Harald Seehausen hat sich im Verlauf seines (Berufs-) Lebens und insbesondere darüber hinaus in außerordentlicher Weise für die Prävention und Gesundheitsförderung von Familien, Kindern und Jugendlichen in Hessen verdient gemacht. Der 1972 gegründete Arbeitskreis Bürgerinitiativen Rhein-Main e.V. entwickelte sich zur Initiativgruppe Kindertagesstätten Rhein-Main, die wiederum die Grundlage für die Landesweite Aktion hessischer Eltern- und Erzieherinitiativen bildete. Seit Mitte der 80er Jahre engagiert er sich in verschiedenen Netzwerken für eine aktive Vaterschaft und ein partnerschaftliches, gleichberechtigtes Miteinander von Müttern und Vätern in Familien. Dazu gehörte für ihn auch sehr früh die Forderung nach mehr Familienfreundlichkeit in den Betrieben. Seit 1985 im Breitensportverein SG Bornheim-Grün-Weiß aktiv, baute er mit vielen Personen die Kinder- und Jugendabteilung auf, aus der sich das bis heute bestehende Familienzentrum entwickelte. Das innovative Konzept und die Anbindung an vernetzte Bildungs- und Betreuungseinrichtungen dienen bundesweit als Vorbild. Harald Seehausen ist nach wie vor Mitglied im Vorstand der SG Bornheim und setzt sich dort noch immer für die soziale Integration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Migrationshintergrund ein. Leitend ist dabei der Gedanke, Menschen der unterschiedlichsten Milieus Motivation und Chancen zu bieten, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und ihre Lebensbedingungen gesundheitsfördernd zu gestalten. In den Jahren 2011 und 2012 war Harald Seehausen einer von vier Familienbotschaftern des Deutschen Olympischen Sportbundes [DOSB].

Dr. Wolfgang Kauder

Dr. Wolfgang Kauder, ehemals leitender Arzt des Darmstädter Marienhospitals, gründete 2005 unter dem Dach des Malteser Hilfsdienstes die Anlaufstelle der Malteser Migranten Medizin in Darmstadt. Dort werden Eingewanderte „ohne Papiere“, Obdachlose und auch Deutsche ohne Krankenversicherung medizinisch betreut und versorgt. In den Räumen des Marienhospitals, die auch die Infrastruktur zur Verfügung stellt, ist Herr Dr. Kauder fast in jeder Sprechstunde persönlich präsent. Damit leisten der Medaillenträger und sein Team einen großen Beitrag zur Gesundheitserhaltung von Menschen, die ansonsten keine Chance auf eine Versorgung hätten. Und schaffen diesen Menschen gleichsam einen Zugang zu wichtigen Informationen, die dazu befähigen, die eigene Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Herr Dr. Kauder konnte leider nicht persönlich zu der Medaillenverleihung erscheinen und wurde durch einen seiner Kollegen und Mitstreiter Herrn Dr. Axel Böhme vertreten.

Gesundheitsminister Stefan Grüttner zeigte sich im Rahmen der Verleihung sehr erfreut darüber, dass so viele Menschen in Hessen bereit sind, sich aus freien Stücken zu engagieren. „Die Hessische Landesregierung fördert diese Einsatzbereitschaft mit der Initiative ‚Gemeinsam aktiv –Bürgerengagement in Hessen‘, mit der die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement verbessert werden, so Grüttner. Ehrenamt und Eigeninitiative habe in Hessen eine lange Tradition. „Sie, sehr verehrte Medaillen-Träger, haben durch Ihre Arbeit eindrucksvoll bewiesen, was man mit Eigeninitiative und Engagement erreichen kann. Ohne Ihre Bereitschaft, sich für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger in Hessen einzusetzen, wäre vieles anders und sicher nicht besser.“

Aus acht Personen, die dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration von Verbänden, Einrichtungen und Initiativen als medaillenwürdig vorgeschlagen wurden, hat die Jury die drei Medaillenträger ausgewählt. Der Jury gehören neben der Ersten Direktorin Birgit Büttner, als Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung Hessen und dem Landesvorsitzenden des Landesverbandes Hessen der Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. Herrn Jürgen Krahn, auch Frau Dr. Reinhild M. Link, vom Vorstand von gesundekids e.V., Herr Oliver Palme aus dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport sowie Herr Dieter Schulenberg, Geschäftsführer der HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V., an.

Die Bernhard-Christoph-Faust-Medaille wird alle zwei Jahre vom Land Hessen an höchstens drei Personen verliehen. Sie wird an Personen verliehen, die sich beruflich und/oder ehrenamtlich für die Gesundheitsförderung und Prävention in Hessen engagieren. Dabei soll die Medaille an den engagierten Arzt Dr. Bernhard-Christoph Faust (1755 – 1842) erinnern, der als Pionier der Gesundheitsvorsorge, Begründer einer systematischen Gesundheitsförderung in Schule und Elternhaus und einer der ersten Impfärzte in die Medizingeschichte einging

Hessischer Gesundheitspreis

Festrede Dr. J. Hartlieb

Dankesworte

Broschüre_Bernhard-Christoph-Faust