Aktueller Armutsbericht zeigt: Unterschiede bei Lebenserwartung nehmen zu

Wohlhabende Männer leben deutlich länger

Das Thema Armut und Gesundheit ist in diesem Monat nicht nur beim gleichnamigen Kongress Programm. Auch die ARD hat anlässlich der Veröffentlichung des Armutsberichts 2017 vom Paritätischen Gesamtverband die gesundheitliche Chancenungleichheit zum Thema gemacht.

Deckblatt Armutsbericht 2017

An einem Beispiel veranschaulicht der Beitrag was der Armutsbericht bestätigt: Die Gesundheitschancen sind ungleich verteilt. Männer aus der niedrigsten Einkommensgruppe haben im Vergleich zu Männern aus der höchsten Einkommensgruppe eine um elf Jahre geringere Lebenserwartung. Bei Frauen beträgt die Differenz acht Jahre. Im Hinblick auf die Anzahl der Lebensjahre, die in guter oder sehr guter Gesundheit verbracht werden können ist die Differenz noch größer. Laut dem Armutsbericht liegen die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen bei Männern bei elf Jahren und bei Frauen bei 10 Jahren. Zudem weisen die Forschungsergebnisse darauf hin, dass Personen mit niedrigem sozialen Status häufiger von Krankheit und Beschwerden betroffen sind, als Personen mit höherem sozialen Status. Gerade in Bezug auf schwerwiegende chronische Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes mellitus oder chronisch-obstruktive Lungenerkrankung fallen die Unterschiede deutlich aus.
PD Dr. Thomas Lampert und Prof. Dr. Rolf Rosenbrock stellen im aktuellen Armutsbericht die Zusammenhänge von Armut und Gesundheit dar und diskutieren mögliche Strategien zur Verringerung der gesundheitlichen Chancenungleichheit.

Beitrag in der Sendung Panorama vom 02.03.2017

www.daserste.de

Quelle: Lampert, T. & Rosenbrock, R. (2017): Armut und Gesundheit. In:
Menschenwürde ist Menschenrecht. Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2017. Der Paritätische Gesamtverband (Hrsg.), S. 98 ff.