Fachkonferenz Kommunaler Partnerprozess Gesund aufwachsen für alle!“

1. Hessische Fachkonferenz „Kommunaler Partnerprozess Gesund aufwachsen für alle!“ im Frankfurter Römer

In Hessen wird seitens der Koordinierungsstelle „Gesundheitliche Chancengleichheit“ der kommunale Partnerprozess „Gesund aufwachsen für alle!“ umgesetzt. Der Hessische Städtetag, der Hessische Landkreistag und die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege Hessen e.V. haben in ihren entsprechenden Gremien beschlossen, den Prozess zu unterstützen und die Stadt Kassel hat sich als erste hessische Kommune 2012 entschieden einer Partnervereinbarung mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zu unterzeichnen.

Die 1. Hessische Fachkonferenz „Kommunaler Partnerprozess Gesund aufwachsen für alle!“ wurde am 18.04.2013 vor 60 Teilnehmern von der Stadträtin Frau Pölt im Namen des Oberbürgermeisters Peter Feldmann im Kaisersaal im Frankfurter Römer eröffnet. Es war ein zentrales Anliegen an diesem Tag, für eine Beteiligung von weiteren hessischen Kommunen am Partnerprozess zu werben.
Daher war es positiv, dass neben der BZgA auch die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen e.V., der Hessische Städtetag und der Hessische Landkreistag als Kooperationspartner die Fachkonferenz mit Grußworten und Vorträgen unterstützt haben. Gemeinsam mit den Referenten Frau Prof. Dr. Pott (Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung), Herrn Dr. Risch (Referatsleiter beim Hessischen Städtetag), Herrn Rost (Referatsleiter Soziales beim Hessischen Landkreistag), Herrn Dr. Gern (Sprecher der Hessischen Liga) und Frau Janz (Stadträtin Kassel) wurden die Vertreter der Kommunen für die Potenziale von so genannten „Präventionsketten“ und die Rolle der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Hessen im Partnerprozess sensibilisiert.

Frau Prof. Dr. Pott stellte in ihrem Vortrag die aktuelle Situation des Partnerprozesses auf Bundes- und Landesebene dar. Sie betonte, dass die BZgA auch in Zukunft den dynamischen Entwicklungen und den sich daraus abzeichnenden Bedarfen offen gegenübersteht und diese unterstützen möchte.
Herr Dr. Gern zeigte in seinem Beitrag auf, dass wir die Ursachen für gesundheitliche Chancenungleichheit auch in den Strukturen suchen müssen, nicht nur beim einzelnen Betroffenen und wies daraufhin, dass gesundheitliche Chancengleichheit für Kinder nicht zum Nulltarif zu haben ist. Es sei notwendig Gesundheit zu fördern, indem wir Armut aktiv bekämpfen und uns dabei am Sozialraum orientieren.
Im Anschluss zeigte Frau Janz in ihrem Vortrag „Voneinander und miteinander lernen – oder Warum die Stadt Kassel sich am Partnerprozess beteiligt” auf, dass Präventionsstrategien nicht nur wirksam und nachhaltig sein können, wenn sie im Lebensumfeld der Menschen verankert sind, sondern auch die knapper werdenden Ressourcen in den Kommunen entlasten. Sie betonte dabei insbesondere, dass die Verknüpfung von Bildung und Gesundheit ein wichtiger Faktor zur Chancengleichheit darstellt und es gelingen muss die Gesundheitsförderung als kommunale Querschnittsaufgabe zu etablieren.

In der abschließenden Plenumsdiskussion wurde kritisch festgehalten, dass der deutsche Sozialstaat in vielen Ländern als vorbildhaft gilt, wir aber derzeit selbst dabei sind, die damit verbundenen Errungenschaft nicht mehr wertzuschätzen und sogar im Begriff sind diese abschaffen zu wollen. Dem gilt es zur Herstellung von Chancengleichheit entgegen zu steuern.
Positiv wurde die Bereitschaft der gesetzlichen Krankenkassen gesehen, die Kommunen in der Zukunft stärker bei ihren Bemühungen für ein gesundes Aufwachsen zu unterstützen. Basis ist hierbei eine Vereinbarung zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und den gesetzlichen Krankenkassen, welche im Anschluss an die 1. Hessische Fachkonferenz „Kommunaler Partnerprozess Gesund aufwachsen für alle!“ veröffentlicht wurde.

Insgesamt war es ein guter Einstieg in die nächste Entwicklungsphase für den Partnerprozess in Hessen, da die anwesenden Teilnehmer umfassend zur Vorgehensweise informiert wurden und man gemeinsam die damit verbundenen Chancen für die Kommunen herausgearbeitet hat. Es wäre daher zu begrüßen, wenn in den nächsten Monaten weitere hessische Städte und Landkreise in den Partnerprozess aktiv einsteigen würden.

Foto: © Christian Schwier – Fotolia