Partnerprozess „Gesundheit für alle“
in Hessen

Der kommunale Partnerprozess „Gesundheit für al­le“ führt Kom­mu­nen zu­sam­men, die sich auf den Weg gemacht haben, integrierte kommunale Strategien, sogenannte “Präventionsketten” aufzubauen. Diese sollen die Voraussetzungen für ein möglichst langes und gesundes Leben für al­le Menschen der Kom­mu­ne verbessern. Im Rahmen des Partnerprozess steht der Austausch und das voneinander Lernen im Fokus: Welche kommunalen Ansätze zur Förderung der Gesundheit von Menschen in schwieriger sozialer Lage haben sich bewährt? Und: Wie lassen sich die gemachten vielfältigen Erfahrungen weitergeben?

Initiiert durch die Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (BZgA), wird der Partnerprozess im Rahmen des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des „Ge­sund­heit­li­che Chan­cen­gleich­heit“ in Zu­sam­men­ar­beit mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Ge­sun­de-Städte-Netzwerk (GSN) durchgeführt.

Entwicklung des Partnerprozess

2011 un­ter dem Na­men „Gesund auf­wach­sen für al­le!“ ins Leben gerufen, konzentrierte sich der Partnerprozess bis Herbst 2015 vor al­lem auf die Ge­sund­heits­för­de­rung im Be­reich Kinder und Ju­gend­li­che. Am 24.11.2015 wurde die Er­wei­te­rung des Partnerprozess auf al­le Lebensphasen und sei­ne Um­be­nen­nung in „Ge­sund­heit für al­le“ of­fi­zi­ell be­schlos­sen.

Zahlreiche Studien belegen, dass Menschen in sozial benachteiligten Lebenslangen verstärkt von gesundheitlicher Benachteiligung betroffen sind. (Quellen: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, RKI 2006; Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KIGGS 2007). In den Gesundheitswissenschaften besteht Konsens darüber, dass selbst einfache Informationen und Aufklärungsangebote über den Erhalt der eigenen Gesundheit gerade jene Bevölkerungsgruppen kaum oder gar nicht erreichen, die sozial wie ökonomisch benachteiligt sind. Dieses Präventionsdilemma lässt sich nur mit einer auf die Lebenswelt bezogenen Ausrichtung entsprechender Maßnahmen verbessern (Settingansatz). Auch der 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung betont die Notwendigkeit, dass Gesundheits- und Jugendbereich ihre Arbeit wechselseitig öffnen und sie stärker aufeinander beziehen. Diese Zusammenarbeit sollte aus Sicht der Berichterstatter/innen vor allem die soziale und gesundheitliche Situation von „Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Armuts- und sozial benachteiligenden Lebens- und Problemlagen verbessern“. Der Bericht fordert in seiner zehnten Leitlinie die verstärkte interprofessionelle Vernetzung, damit auf kommunaler Ebene „bedarfsgerechte, passgenaue Förderkonzepte gemeinsam gestaltet und realisiert werden können“.

Die gezielte Intervention in der Lebenswelt “Stadtteil” wird sowohl von Experten der Gesundheitswissenschaften als auch vom Spitzenverband der Krankenkassen als besonders geeigneter Zugangsweg zu sozial und gesundheitlich benachteiligten Gruppen empfohlen. Die Kommunen halten umfangreiche Angebote bereit, um Kinder, Jugendliche und ihre Eltern in schwieriger sozialer Lage zu unterstützen. Die Beratungs- und Begleitungsangebote der Jugendämter, die Angebote der Gesundheitsämter mit ihren Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten und Zahnmedizinischen Diensten oder auch die Unterstützung im Rahmen von Schulsozialarbeit sind hierfür Beispiele. Oft werden diese Unterstützungsangebote im kommunalen Auftrag durch freie Träger erbracht. Den Kommunen kommt in jedem Fall eine Schlüsselposition bei der Koordinierung dieser Angebote zu.

Haben Sie Fragen zum Partnerprozess und der Umsetzung in Ihrer Kommune?

Wir beraten Sie gerne und stehen für Ihre Fragen zur Verfügung!

Weiterführende Literatur

Weitere Informationen zum Partnerprozess finden Sie auf der Website des Kooperationsverbundes “Gesundheitliche Chancengleichheit”
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de


Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Kooperationsverbund „Gesundheitliche Chancengleichheit“, Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V

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