Partnerprozess „Gesund aufwachsen für alle!“
in Hessen

Der kommunale Partnerprozess „Gesund auf­wach­sen für al­le!“ führt Kom­mu­nen zu­sam­men, die sich auf den Weg gemacht haben, so genannte Präventionsketten zur För­de­rung der Ge­sund­heit von Kin­dern und Ju­gend­li­chen aufzubauen. Grund­la­ge des kom­mu­na­len Part­ner­pro­zes­ses bil­den die vom Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bund erarbeiteten Hand­lungs­empfeh­lun­gen „Gesundheitschancen so­zi­al be­nach­tei­lig­ter Kinder und Ju­gend­li­chen nach­hal­tig ver­bes­sern!“. Initiiert durch die Bun­des­zen­tra­le für ge­sund­heit­liche Auf­klä­rung (BZgA), wird der Partnerprozess im Rahmen des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des „Ge­sund­heit­li­che Chan­cen­gleich­heit“ und in Zu­sam­men­ar­beit mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Ge­sun­de-Städte-Netzwerk (GSN) durchgeführt.

Zahlreiche Studien belegen, dass Menschen in sozial benachteiligten Lebenslangen verstärkt von gesundheitlicher Benachteiligung betroffen sind. (Quellen: Gesundheitsberichterstattung des Bundes, RKI 2006; Kinder- und Jugendgesundheitssurvey KIGGS 2007). In den Gesundheitswissenschaften besteht Konsens darüber, dass selbst einfache Informationen und Aufklärungsangebote über den Erhalt der eigenen Gesundheit gerade jene Bevölkerungsgruppen kaum oder gar nicht erreichen, die sozial wie ökonomisch benachteiligt sind. Dieses Präventionsdilemma lässt sich nur mit einer auf die Lebenswelt bezogenen Ausrichtung entsprechender Maßnahmen verbessern (Settingansatz). Auch der 13. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung betont die Notwendigkeit, dass Gesundheits- und Jugendbereich ihre Arbeit wechselseitig öffnen und sie stärker aufeinander beziehen. Diese Zusammenarbeit sollte aus Sicht der Berichterstatter/innen vor allem die soziale und gesundheitliche Situation von „Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Armuts- und sozial benachteiligenden Lebens- und Problemlagen verbessern“. Der Bericht fordert in seiner zehnten Leitlinie die verstärkte interprofessionelle Vernetzung, damit auf kommunaler Ebene „bedarfsgerechte, passgenaue Förderkonzepte gemeinsam gestaltet und realisiert werden können“.

Die gezielte Intervention in der Lebenswelt “Stadtteil” wird sowohl von Experten der Gesundheitswissenschaften als auch vom Spitzenverband der Krankenkassen als besonders geeigneter Zugangsweg zu sozial und gesundheitlich benachteiligten Gruppen empfohlen. Die Kommunen halten umfangreiche Angebote bereit, um Kinder, Jugendliche und ihre Eltern in schwieriger sozialer Lage zu unterstützen. Die Beratungs- und Begleitungsangebote der Jugendämter, die Angebote der Gesundheitsämter mit ihren Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten und Zahnmedizinischen Diensten oder auch die Unterstützung im Rahmen von Schulsozialarbeit sind hierfür Beispiele. Oft werden diese Unterstützungsangebote im kommunalen Auftrag durch freie Träger erbracht. Den Kommunen kommt in jedem Fall eine Schlüsselposition bei der Koordinierung dieser Angebote zu.

In den vergangenen Jahren hat der Kooperationsverbund “Gesundheitliche Chancengleichheit” Kenntnisse und Erfahrungen gesammelt, wie Kinder und Jugendliche in schwieriger sozialer Lage gesünder aufwachsen können. Er hat dieses Handlungswissen ausgewertet und in Empfehlungen zusammengesellt. Die Handlungsempfehlungen zielen im Besonderen auf die Entwicklung und Umsetzung integrierter Konzepte in den Kommunen.

Die Handlungsempfehlungen finden Sie rechts zum Herunterladen.

Weiterführende Literatur


Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Kooperationsverbund „Gesundheitliche Chancengleichheit“, Landesvereinigung für Gesundheit & Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V

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