Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration: Landeskonferenz Hessen "Gesund Altern"

Pressestelle: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Bei der 4. Landeskonferenz Hessen "Gesund Altern" ging es am 02.07.2014 um das Thema „Altersbilder im Wandel – Förderung und Erhalt von Gesundheit in der Pflege“.

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Gesundheitsförderung als ganzheitlichen Ansatz im Themenfeld der Pflege zu betrachten und den Austausch darüber anzuregen, war Ziel der heutigen Veranstaltung im Haus am Dom in Frankfurt. Dabei wurden unterschiedliche Zielgruppen wie Pflegebedürftige, pflegende Angehörige und in der Pflege Berufstätige in den Blick genommen. Rund 100 Experten aus Praxis und Wissenschaft, Beschäftigte aus Altenpflegeeinrichtungen, Experten aus der Beratung, kommunalen und landesweiten Institutionen, Ehrenamtliche und Interessierte aus den Bereichen Pflege, Senioren, Gesundheit, Soziales, Bildung sowie bürgerschaftliches Engagement nahmen daran teil.

Gesundheitsförderung als ganzheitlichen Ansatz für Pflegebedürftige umzusetzen, ist im Vergleich zu Maßnahmen am Arbeitsplatz in der Pflege bisher unterrepräsentiert. Im Hinblick auf das Nationale Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ wird dies jedoch immer wichtiger, da die Anzahl älterer Pflegebedürftiger weiter zunehmen wird.

Pflegende Angehörige als relevante Zielgruppe

Eine weitere relevante Zielgruppe für Gesundheitsförderung und Prävention in der Pflege sind die pflegenden Angehörigen. Sie machen eine zentrale Gruppe in der Pflege aus, da drei Viertel der Pflegebedürftigen in Hessen zu Hause und fast ausschließlich von Angehörigen versorgt wird. Die meisten von ihnen über 60 Jahre, befinden sich ebenfalls in der Lebensphase des Alters. Die gesundheitliche Situation der pflegenden Angehörigen ist durch die Konfrontation mit unterschiedlichen Belastungsfaktoren und mit hohen Gesundheitsrisiken gekennzeichnet. Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige beziehen sich jedoch häufig auf die Versorgung des Pflegebedürftigen. Gleichzeitig ist die Zielgruppe schwer für Angebote der Gesundheitsförderung und Prävention zu erreichen.

Der Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration, Dr. Wolfgang Dippel, wies in seiner Rede darauf hin, dass gerade auch dann, wenn pflegende Angehörige zugleich berufstätig sind, volle Unterstützung brauchen. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit Pflegeaufgaben bleibt erwerbstätig. Ihr Alltag gleiche oft einem kaum zu bewältigenden Kraftakt und sie seien gesundheitlich ganz besonders belastet.

Initiative zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Mit der hessischen Initiative zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege habe die Hessische Landesregierung deshalb diejenigen im Blick, die sich der Herausforderung stellen und tagtäglich bemüht sind, den Spagat zwischen Pflege und Berufstätigkeit zu meistern. Die Initiative ist bundesweit einmalig und umfasst neben einer Charta als Selbstverpflichtung für Unternehmen, eine Reihe von landesweiten regionalen Informationsveranstaltungen und Kompetenztrainings für Unternehmen und ihre Beschäftigten.

Die Politik hat mit dem Familienpflegezeitgesetz und dem Pflegegesetz Rahmenbedingungen geschaffen – gefragt sind nun vor allem die Arbeitgeber. In derartigen Belastungssituationen, die sich nicht selten über Jahre hinziehen, müssen sie ihre Beschäftigten in besonderer Weise unterstützen. In Zukunft wird dies in steigendem Maße gefordert sein, auch und gerade im Hinblick auf einen sich abzeichnenden Fachkräftemangel. Viele Unternehmen und Organisationen in Hessen gehen hier erfreulicherweise bereits mit gutem Beispiel voran.

Es stellten sich die Fragen, was Gesundheitsförderung im Themenfeld der Pflege bedeutet und welche gesundheitsförderlichen Aktivitäten bei den betreffenden Zielgruppen im Einzelnen durchgeführt werden sollten.

Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigen

Dieter Schulenberg, Geschäftsführer der HAGE – Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. wies darauf hin, die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der vielfältigen Lebensphase Alter zu berücksichtigen. Dies gelte sowohl für die Wohnungs- und Verkehrsplanung als auch für die Entwicklung und Bereitstellung von Hilfen. In sogenannten Fachforen wurden Bedarfe ausgetauscht und mögliche Lösungen zur Stärkung der Gesundheitsförderung bei Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen, aber auch bei Berufstätigen in der Pflege vorgestellt.

Frau Prof. Dr. Brieskorn-Zinke zeigte in ihrem Einführungsreferat pflegerische Handlungsfelder und Strategien in der Gesundheitsförderung auf. Die Landeskonferenz bot zudem eine Plattform für den Austausch mit und zwischen den unterschiedlichen Zielgruppen, die in und mit der Pflege eingebunden sind.

Neue Lösungsansätze in einer alternden Gesellschaft

Die Veranstaltung knüpfte an die vorherigen Landeskonferenzen „Altersbilder im Wandel“ an und setzte den Diskussionsprozess fort, neue Lösungsansätze in einer alternden Gesellschaft für Land, Kommunen und andere gesellschaftspolitische Akteure aufzuzeigen.

Die Landeskonferenz fand in Kooperation des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Rahmen des BZgA-Programm „Gesund und aktiv älter werden“ und mit der HAGE – Hessische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitserziehung e.V. statt.

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